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Bildung für die Zukunft

Teacher Trainees werden von VBVT ausgebildet
3 July 2026 by
Bildung für die Zukunft
Lisa Baumann

Foto: Ferienprogramm, VBVT 2026

Das AMS-Bildungsteam hat in "Teacher Training"-Kursen bereits über 20 junge Adivasi als Lehrkräfte ausgebildet. 2021 haben erneut 10 junge Adivasi die Lehrerausbildung begonnen.

Die Nachwuchslehrkräfte haben alle das College mit einem Bachelor abgeschlossen und sind hoch motiviert, nun das Teacher Training zu absolvieren.

 

Für Bildungschancen: Stipendien für das Studium

Einer der Teachter Trainees Prasad konnte mit Hilfe eines vom Adivasi-Netzwerk AMS vergebenen Stipendiums einen Bachelor-Abschluss erreichen. Heute arbeitet er für das AMS-Bildungsteam und bietet unter anderem täglich Nachhilfestunden im Dorf Kootat an.

2010 konnte mit Hilfe von Spenden und Unterstützer*innen der "Adivasi-Stipendien-Fonds" ("Adivasi Scholarship Fund") ins Leben gerufen werden. Daraufhin konnten im Schuljahr 2010-11 die ersten 27 Adivasi ein Stipendium erhalten - Prasad war einer dieser ersten Stipendiat*innen.

Warum Stipendien notwendig sind

Die Bildungssituation der Adivasi in der Gudalur-Region der südindischen Nilgiri-Berge verbessert sich stetig. Auch dank der erfolgreichen Arbeit der Adivasi-Teams vor Ort schließen immer mehr Jugendliche erfolgreich die 8. Klasse ab. An den erfolgreichen Schulabschluss schließt sich die nächste Herausforderung an: Der Abschluss der 10. oder gar 12. Klasse an einer staatlichen Schule. Ist dies auch geschafft, ermöglicht ein College-Studium mit Bachelor-Abschluss oder eine Berufsausbildung noch bessere Zukunftschancen.

Die Schul- und College-Prüfungen zu meistern ist die eine Schwierigkeit, Schule oder Studium zu finanzieren die andere.  Eine duale Ausbildung mit einem Einkommen während der Lehre gibt es in Indien nicht. Wenn es möglich ist, arbeiten die jungen Studierenden nebenbei. In vielen Fällen nehmen Eltern trotz eigener unsicherer Einkommensverhältnisse teilweise hohe Kredite auf sich, um ihren Kindern einen guten Bildungsabschluss zu finanzieren, und dies auch schon während des Abiturs. Denn die privaten Schulen und Colleges mit gutem Ruf sind teuer. Doch auch der Besuch staatlicher Schulen und Colleges bringt trotz kostenfreier Bildung eine Reihe von Folgekosten mit sich: Bücher und Lernmaterialien, Schultaschen und Kleidung, Aufnahme- und Prüfungsgebühren, Reise- und Internatskosten . Nicht alle Familien können diese Kosten finanzieren. Stipendien helfen dabei, bedürftigen Schüler*innen einen 10. Klasse-Abschluss oder einen noch höheren Bildungsabschluss zu ermöglichen.

 Wie die AMS-Stipendien vergeben werden

Jede Adivasi-Familie in den Nilgiri-Bergen, die Mitglied im Adivasi-Netzwerk AMS ist, und deren Kind einen höheren Schulabschluss anstrebt, kann sich für ein Stipendium bewerben. Wie hoch das Stipendium ist und wofür genau es vergeben wird, hängt vom konkreten Bedarf der Familie ab.

Während zum Beispiel das Mädchen Renuka ein Stipendium von 1.750 Rupien für Schuluniform und die Schul-Aufnahmegebühr erhielt, bekam Vishmaya ein Stipendium von 3.000 Rupien für Fahrtkosten zur Oberschule. Vasu wiederum erhielt ein Stipendium von 10.000 Rupien zur Finanzierung der College-Gebühren, Vinoth Kumar bekam 7.500 Rupien für die Gebühren eines anderen Colleges. Dank Spenden und Fördermitteln stehen seit 2019 jährlich 500.000 Rupien für die Vergabe von Stipendien im Adivasi-Netzwerk AMS zur Verfügung.

Den Antrag für das Stipendium gibt es in einem der acht AMS-Gemeinschaftszentren. Die Familie füllt den Antrag aus und lässt ihn vom Adivasi-Team im Area Centre per Unterschrift befürworten - das Team kennt jede Familiensituation genau. Von hier geht der befürwortete Antrag zum Büro der Adivasi-Bildungsorganisation Vidyodaya in Gudalur.

Über alle Anträge mit mehr als 10.000 Rupien entscheidet ein Gremium von 12 Personen - das "Scholarship Selection Committee" : Mit dabei sind eine Person aus jeder der 8 AMS Areas , 2 Personen von der Adivasi-Bildungsorganisation Vidyodaya sowie 2 Personen von der Adivasi-Gesundheitsorganisation ASHWINI. Dieses Komitee entscheidet über Kriterien und Stipendiat*innen. Es trifft sich etwa alle drei Monate.

Beantragt eine Familie eine geringe Summe unter 10.000 Rupien und wurde der Antrag vom lokalen AMS-Team befürwortet, so ist die Bewilligung eine Formsache und das Stipendium wird sofort bewilligt - die Familie braucht nicht auf das Geld zu warten. In einer eigenen WhatsApp-Gruppe werden alle 12 Mitglieder des Stipendium-Komitees über die so vergebenen Stipendien informiert.

Bildungserfolge durch Stipendien

Dank des AMS-Stipendiums können Adivasi einen höheren Schulabschluss erreichen. Geetha und Sangeetha gehören dank der finanziellen Unterstützung zu den allerersten Mädchen der Kattunaicken-Adivasi, die im Schuljahr 2020-21 einen 10. Klasse-Abschluss schafften. "Wir hoffen, dass die beiden auch andere Kattunaicken-Mädchen und ihre Familien inspirieren werden", sagten Maya und Suganya vom Bildungsteam.

Auch andere Stipendiatinnen sind stolz auf ihre Erfolge: Priya und Kethi haben ebenfalls die 10. Klasse abgeschlossen; alle Stipendiatinnen wurden in die nächsthöhere Klassenstufe aufgenommen. Generell haben noch nicht viele Adivasi-Mädchen der Region einen höheren Schulabschluss. Für etliche junge Adivasi ist ein höherer Bildungsabschluss nur mit Hilfe eines Stipendiums möglich, um die Aufnahme- und Prüfungsgebühren oder monatlichen Schulgebühren und Schuluniformen zu bezahlen.

Die Abschlüsse sind an der Adivasi-Schule und der Adivasi-Internatsschule in Gudalur bisher nicht möglich. Das AMS-Bildungsteam in Gudalur freut sich daher besonders, mit der "Fathima School" einen guten Partner gefunden zu haben, welche die Adivasi-Jugendlichen in Zusammenarbeit mit dem AMS-Team nach Kräften unterstützt. 


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