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Die Erweiterung der Adivasi-Schule

"The Cornerstone Project" - eine partizipative Gestaltung der Lernräume für die Zukunft
10 September 2026 by
Die Erweiterung der Adivasi-Schule
Lisa Baumann

Foto: Entwurf der Architektinnen zum Bau des neuen Campus, VBVT 2026

Ein Modell für kultursensible Bildung und gelebte Gemeinschaft

Seit 1993 steht die Vidyodaya-Schule in Gudalur für einen innovativen und kultursensiblen Bildungsansatz, der gezielt auf die Werte, Traditionen und Bedürfnisse der Adivasi-Communities eingeht. Die Schule ist ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie gute Bildung für Adivasi-Kinder gelingen kann – und zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Unterricht und Schulleben an die Lebensrealität der Kinder angepasst werden.

Partizipative Entwicklung und wachsendes Angebot

Was als Grundschule begann, wurde in den letzten Jahren stetig erweitert: Seit 2021 gibt es für 39 Kinder, die einen weiten Schulweg haben oder wenig familiäre Unterstützung, eine dauerhafte Betreuung und Schlafplätze im Hostel. Mit dem neuen Cornerstone Campus wird es nun erstmals möglich, dass Kinder bis zur Oberstufe bleiben und ihren Schulabschluss an der Vidyodaya-Schule machen können. Die 11-monatige Planungsphase für die Schulerweiterung war von Anfang an partizipativ: Eltern, Kinder, Mitarbeitende und Architektinnen gestalteten gemeinsam ihre „Traumschule“. In Workshops wurden Wünsche nach viel Grün, offenen Lernräumen, Gemeinschaftsflächen und sogar Bäumen in den Klassenräumen verwirklicht.

Ein einzigartiges pädagogisches und architektonisches Konzept

Die Pädagogik der Vidyodaya-Schule ist geprägt von erfahrungsorientiertem und kooperativem Lernen – immer mit individueller Begleitung jedes Kindes. Auch die Architektur spiegelt diesen Ansatz wider: Es gibt keine Türen, keine klassischen Tische und Stühle, keine rechteckigen Räume, sondern runde und verwinkelte Räume, die Kreativität fördern und der natürlichen Umgebung der Kinder ähneln. Unterrichtet wird nicht nur nach staatlichen Vorgaben, sondern auch auf Basis traditioneller Techniken und in den Muttersprachen der Kinder – ein wichtiger Unterschied zu staatlichen Schulen, in denen Diskriminierung und Sprachbarrieren für Adivasi häufig Alltag sind.

Ein Campus als Dorf-Erweiterung und Plattform für Kultur

Der neue Cornerstone Campus wird mehr als nur ein Schulgelände: Er ist als Erweiterung der Dorfgemeinschaften gedacht und als Plattform für die Geschichte und Kultur der Adivasi. Der Campus umfasst künftig Unterrichtsräume von der Vorschule bis zur 10. Klasse, eine zentral angebundene Bibliothek, ein großes Gemeindezentrum, Räume für handwerkliches und berufliches Training, Hostelplätze für 160 Kinder sowie Wohn- und Gästequartiere. Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle: Solarpanels auf jedem Dach, Biogasnutzung, lokale Naturmaterialien und Lernräume, die sich um Bäume gruppieren, machen den Campus zu einem Modellprojekt.

Wirkung über die Schule hinaus

Die Vidyodaya-Schule setzt gezielt darauf, junge Adivasi als Lehrkräfte auszubilden, um die nächste Generation in ihren eigenen indigenen Sprachen und Kulturen zu begleiten. In den letzten Jahren haben sich die Chancen für junge Adivasi deutlich verbessert: Viele entscheiden sich dafür, zu studieren und für eine Zeit in einer größeren Stadt zu leben, um neue Erfahrungen zu sammeln und ihre Perspektiven zu erweitern. Dennoch kehren viele nach dem Studium in ihre Heimat zurück, da sie ihre Familien vermissen und sich ihrer Gemeinschaft verbunden fühlen. Nach ihrer Rückkehr engagieren sich einige als Teacher Trainees an der Vidyodaya-Schule oder auch in den Dorfzentren, um ihr Wissen weiterzugeben und die Bildungschancen für die nächste Generation Adivasi-Kinder zu verbessern. Neben dem regulären Unterricht profitieren rund 300 weitere Adivasi-Kinder von Stipendien, Lernzentren, Beratung und Feriencamps. Die Schule arbeitet eng mit der Regierung zusammen und konnte so den Zugang zu staatlichen Ressourcen für die Community verbessern.

Beeindruckende Erfolge

Die reformpädagogische und kultursensible Bildung an der Vidyodaya-Schule zeigt auch zahlenmäßig messbare Wirkung: Von 192 Absolvent*innen haben 74 ein Studium abgeschlossen, 37 arbeiten in Organisationen der Adivasi-Community, und 12 außerhalb von Gudalur. Die Kinder entwickeln eine informierte Selbstbestimmung für ihre Zukunft – und die Schule wird als Modell für andere Bildungseinrichtungen anerkannt.

Aktueller Stand

Der Brunnen ist bereits gegraben, der Bau staatlich genehmigt, und im Herbst 2026 werden die Bauarbeiten beginnen. 2028 sollen die ersten Klassen im neuen Campus unterrichtet werden. Das bisherige Schulgebäude wird von ACCORD weiter genutzt.

Die Vidyodaya-Schule bleibt ein Leuchtturmprojekt für eine Bildung, die Kinder in ihrer kulturellen Identität stärkt und ihnen neue Perspektiven eröffnet.

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Dies bewirkt Ihre Spende:

Ein einheimischer Baum im Klassenzimmer

1,70 €

Anschaffung neuer Möbelstücke

16 – 39 €

Ein Bücherregal in der neuen Bibliothek

77 €

Ein Wandgemälde

190 €

Teilnahme für Adivasi an einem Bau-Workshop

39 €

Qualitative Bildung für 1 Kind pro Monat

33 €

Qualitative Bildung für 1 Kind pro Semester

111 €

Ein Praktikumsplatz für junge Adivasi für 1 Woche

47 – 67 €

Ausbildung eines Teacher Trainees pro Monat

56 €

Wir leiten Ihre Spenden eins zu eins weiter an unsere indische Partnerorganisation Viswa Bharathi Vidyodaya Trust für Schule & Bildung der Adivasi-Gemeinschaften.

Konto: Adivasi-Kooperationsprojekt e.V.

IBAN: DE48 4416 0014 5028 0397 01

BIC: GENODEM1DOR

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